Das Thema Vermehrung und Durchkultivierung unter Kunstlicht ist in etwa so alt wie die Menschheit selbst und lässt sich wohl, genau wie die Substratfrage, nicht abschliessend beantworten. ;-)

Nur so viel vorweg: Ich vermehre und pfropfe unter Kunstlicht.

Aussaat und Vermehrung unter Kunstlicht

Da ich einen Teil der Aussaat bereits ab Januar durchführe, ist eine Zusatzbeleuchtung erforderlich. Nicht nur die Helligkeit, sondern auch das Farbsprektrum der Lichtquelle spielt eine große Rolle. Um es gleich vorwegzunehmen, normale Leuchstoffröhren (LSR) vom Baumarkt brachten bei mir nicht den erhofften Erfolg. Die auf dem Baumarkt erhältlichen LSR, Daylight oder Warmlight mit einer 7 am Anfang, decken das benötigte Spektrum nicht ab. Die Pflanzen vergeilten, trotz einer scheinbar hohen Helligkeit.
Aber aus Erfahrungen lernt man ja bekanntlich.
Durch verschiedene Annordnungen von LSR unter gleichen Bedingungen, haben sich letztendlich 3 verschiedene LSR bewährt. Versuche mit HQL Lampen habe ich nicht durchgeführt.
 Die auszuleuchtende Fläche meiner Aussat, nach oben beschriebener Methode, beträgt 60 x 120 cm. Der Abstand zur Aussaat ca.20cm. Verwendet werden auf dieser Fläche 4 LSR, 36 Watt, 120cm. Zum Einsatz kommen je 1 x 830, 1 x 840 und 2 x 860/865. Die 8 am Anfang der Bezeichnung steht für so genannte Dreibandlampen und wird mittlerweile international (Osram, Phillips, Narva) angewandt. Diese Dreibandlampen sind auch auf dem Baumarkt erhältlich, allerdings zu einem stolzen Preis. Wenn ihr euch mit dem Gedanken tragt, solche LSR zu kaufen, geht zu einem Elektriker "eures Vertrauens". Die Preise dürften beim ihm deutlich unter Baumarktnieveau liegen.
Da die Aussaat bei mir in einem seperaten Raum gemacht wird, der von einem durchführenden Schornstein der Holzheizung geheizt wird, habe ich auf eine Zusatzheizung verzichtet. Die Temperatur beträgt tagsüber zwischen 23 - 27°C. Nachts senke ich die Tempearturen auf unter 20°C ab. Um auch die Pflanzen schnell abzukühlen werden diese ABENDS eingesprüht. Das die Kakteen Pflanzen der CAM Gruppe sind, assimilieren diese erst ab einer bestimmten Temperatur - allerdings nach unten. Durch das Einsprühen und die Verdunstung kühlen die Pflanzen schneller aus und öffnen auch schneller ihre Spaltöffnungen.


Ein Blick in mein "Labor".



Der obere offene Boden wird nur von einer LSR und dem dahinterliegenden Fenster beleuchtet. Um an Stecklinge zu gelangen, reicht diese Art der Beleuchtung für die Pereskiopsis völlig aus.
In der Zwischenzeit wurde dieser Bereich mit teilweisen LED und LSR Leuchten ausgestattet - siehe auch letztes Bild.

Insgesamt stehen 4 Böden zur Verfügung. Gesteuert wird die Beleuchtung über eine Zeitschaltuhr mit einer Dauer von 12 Stunden täglich.



Alle Seitenwände wurden mit 2cn starken Styropurplatten ausgekleidet. Darauf wurde handelsübliche Haushaltfolie geklebt, welche das Licht auch innerhalb des Regalbodens lassen und es so von allen Seiten auf die Pflanzen reflektieren. Alle Böden haben eine Aluminiumwanne mit einem 1cm hohen Rand als Standfläche. Die Pflanzen können so wahlweise angestaut, so wie auch mit der 5l Spühkanne von oben beregnet werden.

So schön solch ein Labor auch ist und man eine ganze Menge Zeit damit vertun kann, hat es doch einen großen Nachteil:

Die Stromkosten.

Um genau diese zu reduzieren, jedoch dabei nichts an Licht einzubüßen, bin ich auf die Suche nach einer alternativen Beleuchtung gegangen. Bei der Suche im Internet bin ich immer wieder bei den Freunden der belustigenden Hanfplfnazne gelandet, denn diese verwenden die Lampen wohl schon länger und auch mit Erfolg. Und nein, es handelt sich nicht um HQL Lampen, welche ja nun nicht gerade wenig Strom verbrauchen.



Eingesetzt wurden hier zwei LED Lampen von diesem Hersteller (Werbung an, öffnet ein neues Fenster): LED Pflanzenlampe

Diese wurden gegenüberliegend im Dezember 2010 installiert und leuchten zusammen mit je einer 36W LSR von 840er und 865er den oberen Boden aus. Inwiefern diese Beleuchtung ein mehr an Wachstum bringt, kann erst mit der Zeit festgestellt werden.